den 31. Juli 1914

Graf Mensdorff an Grafen Berchtold


Graf Mensdorff an Grafen Berchtold

Telegramm Nr. 125

L o n d o n ,  den 31. Juli 1914
Aufg. 3 Uhr 55 M. p. m.
Eingetr. 9 Uhr   · / .   a. m. 1./8.

C h i f f r e 

Deutscher Botschafter hat heute Sir E. Grey gesprochen. Staatssekretär insistierte wieder, daß, wenn allgemeine Konflagration überhaupt noch verhütet werden kann, etwas in Petersburg unsererseits geboten werden müsse, »das denjenigen, der es nicht annimmt, ins Unrecht setzen würde«. Dies würde ihm ermöglichen, in Petersburg und Paris sowie auf öffentliche Meinung, in der sich ja keine Animosität gegen Deutschland geltend mache, einzuwirken.
Vorstehender Ausspruch ist sehr bezeichnend und entspricht ganz dem Charakter des Staatssekretärs. Ich bin überzeugt, daß er auch in letzter Stunde alles benützen würde, was man ihm an die Hand geben könnte.
Sir E. Grey soll sehr wenig Hoffnung haben, deutscher Botschafter ganz discouragiert.


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